Frühstücken mit der Deutschen Bahn

Eigentlich kommt ein Morgen ohne Frühstück für mich nicht in Frage. Doch an jenem Samstag war ich plötzlich erstaunlich spät dran. So spät, dass ich zum Bahnhof rennen musste. „Gleis 9, bitte einsteigen!“, hörte ich es über die Durchsage. Das war ich. Ich meine: Das war mein Zug. Ich rannte die Rolltreppe rauf, stürmte an der Schaffnerin vorbei und sprang durch die Schiebetür. Etwas zu dramatisch, wie mir im Nachhinein auffiel: Der Zug fuhr erst zwei Minuten später los.
Egal, ich hatte es geschafft. Das war nur leider auch mein einziges Glück, denn es gab kaum noch freie Sitzplätze. Ich stiefelte von Abteil zu Abteil, von Wagon zu Wagon. Nichts. Alles besetzt. Außer natürlich das Bord-Bistro: 24 Plätze, alle frei. Wie immer.

Warum nicht?, dachte ich. Mein Magen verlangte eh nach Essen. Ich gebe zu: Ich hatte meine Vorbehalte! Das ist überteuert, dachte ich. Die Portionen sind zu klein, das Essen bestimmt fad.
Das wollte ich nun also überprüfen. Gehen wir es meine Bedenken also Schritt für Schritt durch.

Faktor 1: Die Kosten

Ich bestellte einen Milchkaffee für 3,40 Euro, der auch fast sofort kam, und den „Frühstücksburger mit Kräuteromelette und Speck“ für 4,40 Euro, der nach 15 Minuten serviert wurde. Insgesamt zahlte ich also 8 Euro, inklusive kleinem Trinkgeld natürlich. Da hätte ich im Café vielleicht ein oder zwei Euro weniger gezahlt. Vielleicht. Vielleicht hätte ich aber auch genauso viel bezahlt.


Auch der Rest der Frühstückskarte, die ich hier mal abfotografiert habe, war preislich fair. Drei Pfannkuchen für 3,90 Euro, Rührei für 3,50 Euro, zwei trockene Brötchen für 90 Cent. Kaffee gibt es ab 2,90 Euro aufwärts. Das scheint mir nicht gerade unverhältnismäßig.

Und zur besseren Einordnung der Kosten, hier noch was zum Nachdenken: Eine Sitzplatzreservierung in IC und ICE kostet 4,50 Euro. Da im Bord-Bistro meiner Erfahrung nach aber immer ein, zwei Plätze (wenn nicht alle) frei sind, lohnt es sich doch eher, das Geld in einen Burger oder einen Kaffee zu investieren.

Kommen wir also zu…

Faktor 2: Die Größe der Portionen
Was soll ich da sagen? Mein Kaffee hatte eine normale Größe, geschätzt 0,3L, und mein Burger fühlte den Teller zur Hälfte aus. Ihr könnt euch einfach ein normales Brötchen vorstellen, belegt mit Bacon und Rührei. Ungefähr so sah mein Burger aus. Mehr hatte ich nicht erwartet – und für mich reichte es auf jeden Fall, um satt zu werden.

Viel wichtiger war mir aber auch:

Faktor 3: Der Geschmack

Vorweg muss ich zugeben, dass ich eigentlich kein Freund von Kaffee bin. Schmeckt mir einfach nicht. Trink ich aber trotzdem manchmal. So auch in diesem Fall. Mein Milchkaffee war nicht gerade stark, das Kaffeearoma schmeckte eher billig, es war aber deutlich als Kaffee zu erkennen. Ich sag’s mal so: Ich hatte definitiv schon besseren Kaffee, ich hatte aber auch schon bei Weitem schlechteren Kaffee.
Und der Burger? Also lecker war er nicht. Er schmeckte leicht konserviert, irgendwie chemisch. Aber ein natürliches Bio-Aroma konnte ich hier wohl auch nicht erwarten. Schade eigentlich, aber okay. Das Brötchen zumindest war halbwegs knusprig, das Rührei wirkte frisch zubereitet und das Bacon-Aroma kam deutlich durch. Der Geschmack war sehr intensiv, irgendwie chemisch verstärkt.
Fazit: Besser, als erwartet

Im Endeffekt kann ich wirklich nichts Schlechtes berichten, sondern das Frühstück im IC/ICE eher empfehlen. Besonders, wenn man sich damit eine Sitzplatzreservierung sparen möchte. Das Essen ist nicht viel teuer als sonst wo, die Portionen sind völlig angemessen und der Geschmack ist den Umständen entsprechend: Nicht wirklich lecker, aber auch definitiv nicht ungenießbar.
Einen Pluspunkt muss ich dafür aber noch hervorheben: Frühstücken im IC/ICE ist effizient und praktisch. Denn ich spare mir die Zeit vor der Abfahrt und kann im Zug entspannt frühstücken. Und konnte nebenbei noch diesen Artikel hier schreiben!

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